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Entwicklung

Begonnen hat alles mit KUHproKLIMA, einem EIP-Agri-Projekt von 2020 bis 2023. Sieben Allgäuer Milchviehbetriebe haben damals gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und weiteren Partnern Strategien für eine ressourcenschonende und widerstandsfähige Grünlandbewirtschaftung erprobt. Ein Schwerpunkt war die ganzheitlich geplante Beweidung und ihr Einfluss auf Pflanzen und Boden. Es ging darum, die natürlichen Grundlagen der Betriebe zu stärken und sie besser auf veränderte Klimabedingungen vorzubereiten. Geforscht und ausprobiert wurde direkt auf den Höfen, gemeinsam mit den Menschen, die sie bewirtschaften.


Diese Zusammenarbeit wollten wir weiterführen und für weitere Menschen und Themen öffnen. Dafür brauchte es einen verlässlichen Rahmen, der über die Laufzeit eines einzelnen Projekts hinausreicht. Mit der Gründung der AERA Land gGmbH haben wir diesen Rahmen geschaffen und Landwirtschaft, Wissenschaft und weitere engagierte Menschen zusammengebracht, um gemeinsam an einer zukunftsfähigen Landbewirtschaftung zu arbeiten.


Seitdem sind weitere Forschungs- und Bildungsprojekte hinzugekommen. Sie unterstützen den Erfahrungsaustausch und die Weiterbildung und bringen hilfreiche Werkzeuge für die Betriebe hervor. Ein wichtiger Meilenstein ist das europäische HORIZON-Projekt GroundWork. Darin haben wir zwei Aufgaben, die eng zusammengehören. Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben und wissenschaftlichen Partnern untersuchen wir, wie sich Beweidung auf die Bodengesundheit auswirkt. Und wir bauen ein Reallabor auf, ein sogenanntes Living Lab, in dem neue Ansätze gemeinsam entwickelt, erprobt und wissenschaftlich begleitet werden.


Dieses Reallabor heißt AGRI FUTURE LAB Bayern, kurz AFL. Es bringt Landwirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und weitere Partner zusammen und schafft Raum, Neues unter echten Bedingungen auszuprobieren, bevor es sich in der Breite bewähren muss. Die Forschung zur Bodengesundheit durch Beweidung ist ein erster Schwerpunkt. Langfristig sollen hier auch weitere Fragen zur Zukunft der Landbewirtschaftung aufgegriffen und bearbeitet werden. Deshalb soll das AFL über die Laufzeit von GroundWork hinaus bestehen und weiterwachsen.


Auf den Höfen und im Reallabor haben wir aber auch gelernt, dass vieles nicht allein auf dem Betrieb entschieden wird. Was ein Hof verändern kann, hängt ebenso von Verarbeitung und Handel ab, von politischen Regeln und von dem, was Menschen erwarten und einkaufen. Deshalb öffnen wir mit der Initiative Regionale Agrarwende den Austausch für die ganze Region. Der 1. Allgäuer Kongress 2026 bildet dafür den Auftakt. Er bringt unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen zusammen, damit wir gemeinsam herausfinden, wo wir ansetzen können und welche nächsten Schritte wir im Allgäu miteinander gehen wollen.